Das Bibelwort für diesen Sonntagmorgen lautete: «Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.» (Psalm 73, 23–24)
Manchmal gehen wir durch Zeiten des Zweifelns und Zögerns, oder Widerstände stellen sich uns in den Weg – im Glauben, im Alltag, in Beziehungen oder in der Beziehung zu Gott. Wir fragen uns: Was hält mich eigentlich noch? Warum bleibe ich? Es gibt viele Gründe, zu gehen. Apostel Reto Keller predigte am 5. Oktober 2025 in der Gemeinde Wohlen AG zu diesem Psalmwort und betonte: Trotz allem gibt es viel mehr Gründe zu bleiben.
Gründe, zu bleiben
Manchmal bleiben wir, weil wir uns wohlfühlen – verstanden, gesehen, angenommen. Andere Menschen bleiben, weil sie ein echtes Interesse spüren: «Das betrifft mich, ich will mehr von Gottes Werk verstehen.» Auch Aufgaben und Verantwortung binden uns – nicht aus Zwang, sondern aus tiefer Verbundenheit. Wer sich einbringt, fühlt sich zugehörig. Wer Gottes Werk erlebt, entwickelt Begeisterung für eine Sache.
Eine ehrliche Frage, die viele bewegen, lautet: «Wohin sonst sollen wir gehen?»
Diese Frage bringt auf den Punkt, was viele empfinden. Bei Gott finden wir Halt und Richtung. Zum Gottesdienstbeginn sang der Männerchor passend das Lied «Der Heiland sorgt für dich». In kurzer Zeit kann der Herr vieles bewirken. Die Basis und der tiefste Grund ist die Liebe: Wir bleiben, weil wir geliebt sind – und weil wir lieben.
Gott leitet uns
Gott lässt uns nicht ziellos durchs Leben gehen. Er leitet uns aus tiefster Liebe und durch seine Engel. Er spricht durch den Heiligen Geist, der uns gute Gedanken eingibt und unser Innerstes bewegt. Manchmal sendet er uns Menschen oder Situationen, die wie Engel wirken – Wegweiser, Helfer, Ermutiger. Apostel Keller verwies auch auf Psalm 91,11: «Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.»
Durch Zeichen und Impulse lenkt Gott unsere Schritte – in Form innerer Gewissheit oder durch Umstände, die uns aufmerksam machen. Gottes Wort spielt dabei eine zentrale Rolle; es spricht zu uns im Gottesdienst, in der Predigt, im Gebet und in der Gemeinschaft. Das Bild aus Psalm 139, dass der Herr uns bei der Hand hält, zeigt einen liebevollen Vater, der sein Kind Schritt für Schritt und sicher führt, auch wenn der Weg unklar erscheint.
Der Rat des Herrn
Gottes Rat ist kein unerreichbarer Plan – er ist klar, lebensnah und liebevoll. In seinem Wort ermutigt er uns, an dem festzuhalten, was wir im Glauben gelernt haben. «Halte, was du hast», heisst es in der Offenbarung – bleib aktiv. Gott möchte, dass wir uns einbringen, mitdenken und mitgestalten, unsere Erfahrungen weitergeben, einander ermutigen und gemeinsam wachsen. Wer Gott sein Herz gegeben hat, lebt dieses Versprechen weiter. Gottes Rat lautet: Bleib dran – nicht aus Zwang, sondern aus Liebe.
Schlusswort
Was für eine Zusage: Gott bleibt – und deshalb dürfen auch wir bleiben. Er lässt uns nicht los, führt uns mit Weisheit, hält uns mit Liebe und nimmt uns am Ende mit Ehren an. Möge dieser Vers uns begleiten und an den «Dennoch-Glauben» erinnern. Denn wer bei Gott bleibt, ist nie allein.